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Retikulozyten- Bestimmung

Bei der automatisierten Retikulozytenzählung wird die Retikulozyten-RNA mit einem Fluoreszenzfarbstoff (Auramin O) angefärbt. Bei der anschliessenden Zählung wird die Fluoreszenzintensität der Zellen mittels eines Lasers gemessen. Die Absolut- und Relativmessung der Retikulozyten erlaubt eine Einteilung in drei Gruppen: LFR = low fluorescence ratio (= wenig RNA = reife Retikulozyten), MFR = medium fluorescence ratio (= viel RNA = unreife Retikulozyten) und HFR = high fluorescence ratio (= sehr viel RNA = sehr unreife Retikulozyten, entsprechend den polychromatischen Zellen). Die HFR und MFR ergeben zusammen den IRF-Wert (Immature Reticulocyte Fraction).

 

Bei einer signifikanten Regeneration nach Blutverlust bzw. Hämolyse steigen die Retikulozyten erst nach zwei bis drei Tagen an, während der IRF-Prozentsatz bereits nach Stunden erhöht ist. Dasselbe gilt bei der Gabe von Erythropoietin bei renaler Insuffizienz oder Gabe von Vitaminen bei Mangelanämien. Bleibt der IRF bzw. Retikulozytenanstieg dagegen aus, weist dies auf ein mangelndes Ansprechen auf die Therapie (z.B. EPO) hin.

 

Die Graphik zeigt, dass die Retikulozytenzahl in Kombination mit dem Unreifeindex für die Differenzialdiagnostik von Anämien eingesetzt werden kann.

Die Retikulozytenzahl und der IFR-Wert werden für das Monitoring von Knochenmark- bzw. Stammzell-Transplantationen eingesetzt. Es zeigt sich, dass nach einer erfolgreichen Transplantation in 80 % der Fälle der IRF-Wert die 5%-Marke überschreitet, bevor die Granulozyten die klassische 0.5 x 109/l-Grenze erreichen.

Der Ret He Index ist ein Mass für die Aktivität der Erythropoese. Dieser Wert fällt bei einem funktionellen Eisenmangel als erster ab. Er ist ein guter Parameter, um einen frühen Eisenmangel zu entdecken.

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