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Blutentnahme

Eine korrekte Blutentnahme, d.h. richtige Identifikation des Patienten, richtige Röhrchen mit den benötigten Zusätzen und fehlerfreie Blutentnahmetechnik sind die Voraussetzung für einwandfreie Resultate.

Bitte beachten Sie Folgendes (siehe auch Betriebsnorm KSA Nr. 275012 «Laboruntersuchungen»:

  • Verifizieren Sie den richtigen Namen des Patienten.
  • Der Patient sollte möglichst sitzen oder liegen. Falls nötig, lassen Sie ihn mindestens 15 min ausruhen, bevor Sie mit der Blutentnahme beginnen.
  • Tragen Sie Handschuhe während der Blutentnahme.
  • Desinfizieren Sie die Haut mit einem geeigneten Desinfektionsmittel (bei der Alkoholbestimmung darf kein alkoholhaltiges Mittel verwendet werden).
  • Stauen Sie den Arm nicht länger als 30 s (Hämolyse).
  • Der Patient kann während des Einstichs die Hand zur Faust machen. Anschliessend sollte sie wieder geöffnet werden (kein Pumpen).
  • Entnehmen Sie die Röhrchen wie unten angegeben.
  • Jedes Röhrchen muss sofort nach der Entnahme 5 x durch Kippen gemischt werden (nicht schütteln!).
  • Entsorgen Sie die gebrauchte Kanüle in einem stichfesten Behälter, ohne vorher die Schutzhülle wieder aufzusetzen (gemäss den Sicherheitsvorschriften). Das zweihändige Aufsetzen der Schutzhülle auf die gebrauchte Kanüle sollten Sie wegen der Gefahr von Stichverletzungen vermeiden.
  • Beschriften Sie die Röhrchen und vergewissern Sie sich des korrekten Namens und Geburtsdatums des Patienten auf allen Röhrchen sowie auf dem Auftragsformular.
  • Unterschreiben Sie das Auftragsformular mit Ihrem Namen, d. h. diejenige Person, welche die Blutentnahme durchgeführt hat. Für immunhämatologische Analysen (z. B. Blutgruppe, Type + Screen) unterschreiben Sie auf dem Röhrchen.
  • Bitte geben Sie die Telefonnummer des Arztes und die genaue Entnahmezeit auf dem Formular an.

Anmerkungen zur Blutentnahme
Eine aufrechte Körperhaltung bei der Blutentnahme kann zu erhöhten Messwerten führen, u.a. bei Gesamtprotein, Enzymen, Albumin, Calcium, Magnesium sowie zellulären Bestandteilen. Daher sollte die Blutentnahme am sitzenden oder liegenden Patienten durchgeführt werden. Wenn die Faust während der Entnahme mehrmals geöffnet und geschlossen wird (pumpen), kann dies zu einem Anstieg von Kalium und Magnesium führen. Eine starke körperliche Belastung vor der Blutentnahme führt zuerst zur Hämokonzentration (Hämatokrit und weitere Analysen erhöht), später zum Anstieg der Muskelenzyme (Anstieg von Myoglobin und CK). Damit während der Blutentnahme keine Hämolyse entsteht, sollte eine Kanüle mit mindestens 21G verwendet werden. Die Röhrchen dürfen nicht geschüttelt, sondern sollten durch sanftes, mehrmaliges Kippen gemischt werden.

Zwischen der Blutentnahme und der Zentrifugation sollten nicht mehr als 30 min vergehen, da es andernfalls zu einem Anstieg von zellulären löslichen Substanzen (z.B. Kalium und anderen) kommt. Die Entnahmezeit sollte jeweils angegeben werden, besonders bei wiederholten Messungen am gleichen Tag (z.B. vor und nach Operation und Therapien, Medikamentenspiegel), aber auch bei Parametern mit zirkadianem Rhythmus (z.B. Cortisol, Eisen, Zink) oder bei Nahrungsabhängigkeit (z.B. Triglyzeride, Glucose).

 

Für Gerinnungstests müssen die Röhrchen für eine korrekte Bestimmung bis zur Markierung gefüllt werden (Verhältnis zwischen Citrat und Blut muss exakt 1:10 sein), andernfalls müssen wir von Ihnen ein neues Röhrchen anfordern.

Unzweckmässige Lagerung (zu lange, zu kalt, zu warm, zu hell, unverschlossen) kann zu falschen Analysenresultaten führen (siehe Beschreibung unter Analysenliste). Eine Exposition am Tageslicht führt zu einer Verminderung von Bilirubin, CK, Folsäure und Porphyrinkonzentration. Bei unverschlossenem Röhrchen (auch im Kühlschrank) verdunstet Plasmawasser, was zu einer Konzentrationszunahme der meisten Parameter (z.B. Proteine, Elektrolyte) führt.

Reihenfolge der Röhrchen während der Blutentnahme:

  1. Blutkulturen (gut desinfizieren, um Kontamination mit Hautflora zu vermeiden)
  2. Serum-Röhrchen (rot, nativ)
  3. Citrat-Röhrchen (hellblau)
  4. Serum-Röhrchen (goldgelb, mit Gerinnungsaktivator)
  5. Heparin-Röhrchen (hellgrün)
  6. EDTA-Röhrchen (violett)
  7. Senkung (schwarz)
  8. Spurenelement-Röhrchen (dunkelblau)